Autor: Stefan Fischer

  • Im Bett mit der KI

    Einsamkeit, Zärtlichkeit und Künstliche Intelligenz: Zara Alis „Codeborn“ feierte auf der Münchner Biennale Premiere. Das Musiktheater lässt uns teilhaben an einem gruseligen Prozess. Von Johannes Harder Zunächst ist da ein unbehagliches Knistern, als würden unaufhörlich Chipstüten aufgerissen. In der Mitte des Raumes: ein Paar auf einem Bett auf einer runden Anhöhe, ein Minikühlschrank und jede…

  • Ready?

    Drei Stunden, drei Tische, ein Ritual: „FOOSBALL[D]“ von Tempo Reale verwischt bei der Münchener Biennale die Grenze zwischen Performance und Kneipenabend. Ob das aufgeht, bleibt spannend bis zum letzten Tor. Von Ola Filippa Florentine Fingerhut Acht Stangen, elf Männchen, ein Feld und vier Spieler:innen. Ob aus der Schule, der Kneipe oder von offiziellen Turnieren –…

  • Verliebt, bis das Probeabo ausläuft

    Stripper-Aliens, eine Man Cave voller Orchideen, und ganz viel Sprite – das Musiktheaterstück „Codeborn“, mit dem die Münchner Biennale eröffnet, ist völlig überdreht. Genau das macht seine Auseinandersetzung mit Einsamkeit im KI-Zeitalter so spannend. Nina Kiermayer Das Nächstbeste ist Sprite. Nachdem sein Mädchen – eine KI-Puppe mit orangefarbenem Plastikhaar – ihn am Ende verlassen hat,…

  • Frauen bauen

    In 101 Tagen schafft sich ein junger Mann eine Partnerin mithilfe von künstlicher Intelligenz. Gelingt das und vor allem: gelingt ein Musiktheater darüber? Mit Zara Alis „Codeborn“ eröffnet die Münchener Biennale. Von Clara Hofstetter „Junger, alleinstehender Computer Scientist sucht seine Galadriel. Du solltest offen für Experimente und lange Nächte im Bett sein.“ So oder ähnlich…

  • Sei klug und halte dich an Wunder

    Johanna Pohlmann, die nicht nur Kulturjournalismus studiert, sondern auch Jazzkomposition, hat aus ihrem Essay über die Hoffnung und wie man sie in Zeiten von Polykrisen nicht verliert, kurze Passagen in Stenografie übertragen. Sie bilden die Basis einer grafischen Partitur. Diese Komposition mit dem Titel „Hope“ hat Johanna Pohlmann mit einem Jazztrio eingespielt. Der Essay wird…

  • Umsturz, ja gern! Aber wie?

    Christiane Rösinger hat in „Die große Klassenrevue“ Erfahrungen realer Menschen zu einem stellenweise eindringlichen Theaterstück über soziale Ungleichheit ausgebaut. Klarer zugeschnitten hätte es vielleicht sogar noch mehr Sprengkraft gehabt. Von Nina Kiermayer  „Mit viel Aufwand und viel Glück kommt ihr nach oben, Stück für Stück“, schallt es durch den Theatersaal der Münchner Kammerspiele. Dort wird…

  • Die stille Gewalt

    Stillsein ist normiert. Die englischsprachige Koproduktion „Talking about silence“ bringt Schweigen fragmentarisch auf die Bühne des Theater Strahls im Rahmen des Augenblick Mal!-Festival in Berlin. Und fordert zum Sprechen auf. Von Hannah Kämpfer Knacken, pfeifen, rascheln, das sanfte Zirpen der Grillen. „Talking about Silence“ ist nicht still. Zwei Stahlstangengerüste mit Netzen, die an Fußballtore erinnern.…

  • Aber der Anstand?!

    Wie weibliche Körper auf dem roten Teppich in Cannes tabuisiert werden Von Hannah Kämpfer Gestriegelt und gebügelt und bloß nicht zu viel Haut! So lautet die neue Regelung der jährlich stattfindenden Filmfestspiele in Cannes: „Aus Gründen des Anstands ist Nacktheit auf dem roten Teppich sowie in allen anderen Bereichen des Festivals verboten“. Auch verboten sind…